Für Theater, Oper, Konzerte gilt für den KLASSE Mann dieselbe Prämisse wie stets: Offenheit und Experimentierfreude. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich ein ausgesprochener Opernbanause nach einer radikal modernen Inszenierung zu einem Opern-Liebhaber?
Theater und Konzerte gibt es in vielerlei Varianten: nicht nur in ehrwürdigen Kulturtempeln, sondern auch in entspannterer Atmosphäre bei Klassik-Open-Airs und auf Waldbühnen etc. mit ganz eigenem Charakter. Auch das Flair von klassischen Festspielen zieht sowohl Klassik-Einsteiger wie Klassik-Liebhaber in seinen Bann. Was er an moderner Musik liebt – sei es Modern Jazz oder Bebop, das Alterswerk der Stones oder alles von Robbie Williams bis Roger Cicero -, ist von Mann zu Mann verschieden, wenn er die Klassik nicht ausklammert ist er KLASSE.
Wenn ein KLASSE Mann sich der klassischen Musik nähern möchte, wendet er sich zuerst Werken zu, die sich großer Beliebtheit erfreuen und keine Ewigkeit dauern, beispielsweise Mussorgskys Bilder einer Ausstellung oder dem 2. Klavierkonzert von Rachmaninoff. Ganz besonders geeignete Einsteigerevents sind auch Open-Air-Veranstaltungen wie ein Besuch der Arena in Verona an einem lauen Sommerabend mit bequemen Kissen und vorbereitetem Picknick auf den warmen Steinstufen. Um der Aufführung besser folgen zu können und damit den Genuss zu erhöhen, macht er sich schon vorher mit dem Inhalt des Programms vertraut.
Zu klassischen Konzerten kleidet er sich entsprechend und ist pünktlich. Ein Musikkenner platzt nicht 30 Sekunden vor Beginn in einen Konzertsaal und ruiniert die Atmosphäre, während er sich, wenn auch höflich den anderen Besuchern zugewandt, durch die Reihen zwängt, um seinen Mittelplatz zu erreichen. Er geht niemals verschnupft oder hüstelnd in ein Konzert und meidet sowohl Knisterpapier-Bonbons als auch eingeschaltete Handys in dieser Umgebung. Der KLASSE Mann versteht es, sich gelegentlich der Muße hinzugeben, worin ein Teil des Geheimnisses seiner souveränen Gelassenheit liegt.
© 2008 Sabine Schwind von Egelstein



