Obwohl der Charakter des KLASSE Mannes die meisten Menschen in seinen Bann zieht, ist auch er nicht vor Meinungsverschiedenheiten gefeit. Nur sehen diese Gespräche anders aus als bei anderen Menschen. Der Satz: „Wer schreit, hat Unrecht“ ist sicher von einem KLASSE Mann oder einer KLASSE Frau geprägt worden.
Er sucht im Gespräch den Konsens, nicht den Sieg, auch beim Streiten. Er polarisiert nicht und beharrt nicht stur auf seinem Standpunkt. Dabei bewegt er sich immer auf einer sachlichen Ebene und widersteht jeder Versuchung, in Rivalitäts-spielchen und Dominanzverhalten abzugleiten, besonders in heiklen Gesprächen mit dem anderen Geschlecht. Seinen Standpunkt vertreten, zuhören, die Essenz herausfiltern und einen Kompromiss herausarbeiten ist die Art, wie der KLASSE Mann Meinungsverschiedenheiten bereinigt.
Auch wenn es ihm schwer fällt, er bleibt immer ruhig und bedient sich einer normalen Tonlage. Er formuliert sachlich und nicht persönlich: „Ich fürchte, in diesem Punkt sind wir uns nicht einig. Können wir uns auf folgenden Kompromiss einigen...“ Er meidet negative Formulieren wie: „Das geht nicht“ oder „Das stimmt nicht“ und ablehnende Worte wie „nein“, „falsch“, „im Gegenteil“. Vielmehr verwendet er Begriffe, die das Gemeinsame unterstreichen wie „und“, „wir“, „ebenfalls“, „gern“. Das erhält die gute Beziehungsebene selbst bei schwierigen Gesprächen.
Dadurch schafft es der KLASSE Mann, eine unbelastete weitere Begegnung möglich zu machen, auch wenn keine Einigung in der Sache erzielt werden konnte. Die Beziehung bleibt intakt. „Schade, dass wir das Problem nicht lösen konnten. Ich hoffe sehr, dass wir bei unserem nächsten Zusammentreffen erfolgreicher sind. Auf Wiedersehen.“ Der KLASSE Mann sagt das mit intensivem Blickkontakt, offener Mimik und einem festen Händedruck zum Abschied. Kein noch so grimmiger Kontrahent kann sich dieser fairen und souveränen Art des Umgangs miteinander entziehen.
© 2008 Sabine Schwind von Egelstein



