Ein KLASSE Mann meldet sich immer mit Begrüßung sowie Vor- und Nachnamen. Er weiß, dass durch die Elektronik die ersten Bruchteile der Kommunikation nicht deutlich übertragen werden und erspart dem Anrufer damit die Ungewissheit, richtig verbunden zu sein. Telefongespräche führt er niemals in Gegenwart dritter unbeteiligter Personen - aus Diskretion und Rücksichtnahme.
Befindet er sich gerade mit jemandem im persönlichen Gespräch, nimmt er entweder gar keine Telefonate an oder hält sie sehr kurz. Denn er lässt den momentanen Gesprächspartner nicht unnötig warten und zwingt ihn auch nicht, dem Telefongespräch still zu lauschen.
Erhält der KLASSE Mann einen Anruf zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, bietet er von sich aus einen Rückruf an.
Mit jedem Gesprächspartner, den er länger nicht mehr gesprochen hat, wechselt er immer einige persönliche Worte, bevor er sein Anliegen vorträgt.
Die „Anklopf-Funktion“ des Telefons schaltet er aus. Gespräche unnötig in die Länge zu ziehen, ist nicht seine Art. Wenn er ein Gespräch beendet hat, ist er bereit für einen neuen Anrufer, vorher nicht.
In der Regel benutzt der Klasse Mann den Vibrationsalarm, das akustische Signal ist ausgeschaltet. Er trrägt es auch nicht wie einen Revolver am Gürtel oder legt es bei jeder unpassenden Gelegenheit vor sich auf den Tisch. In Meetings und im Restaurant würde nie jemand merken, wenn er telefonieren muss. Mit einem diskreten „Bitte entschuldigen Sie mich einen Augenblick“, verlässt er den Raum und kommt nach ein paar Minuten mit einem „Entschuldigung“ wieder auf seinen Platz zurück, ohne dabei die Anderen unnötig zu stören oder Redner zu unterbrechen.
Der KLASSE Mann beachtet das „Bitte-nicht-telefonieren-Zeichen“ im Bordrestaurant des Zuges. Es ist ihm auch möglich im Flugzeug nicht beim ersten „Touch down“ nach dem Handy fingern, um sofort wieder erreichbar zu sein wie ein Dienstbote. Die Anrufe nimmt dann gerne die seriös besprochene Mailbox . Erfolglosen Anrufern erspart er weitere Versuche mit einem zuverlässigen Rückruf. Ihm ist bewusst, dass ein vergessener Rückruf einer unhöflichen Missachtung gleich kommt.
© 2008 Sabine Schwind von Egelstein



